Forschungsnotiz
Diese Notiz gehört zum Projekt Drei gleich lange Arme: 0-Rotierbarkeit bei Längen drei und vier.
Aussage und Begriffe
Für k gleich 3 oder 4 und jede ganze Zahl m >= 1 sei S_(k,m)=S(k,k,k,1^m) der Baum mit Mittelpunkt c, drei langen Armen a_i1,...,a_ik für i=0,1,2 (vom Mittelpunkt nach außen) und m weiteren, direkt an c hängenden Blättern p_0,...,p_(m-1). Er hat q=3k+m Kanten. Eine grazile Beschriftung ist eine Bijektion der Knoten auf {0,...,q}, deren Kantendifferenzen genau {1,...,q} sind.
Sätze A und B. Für jedes k aus {3,4} und jedes ganzzahlige m >= 1 ist S_(k,m) 0-rotierbar: Zu jedem vorgegebenen Knoten v gibt es eine grazile Beschriftung mit f(v)=0. Über andere Werte von k wird nichts behauptet.
Satz A: fünf Grundzertifikate für Armlänge drei
Für k=3 und m=1 enthält die Tabelle je eine Beschriftung für jede Knotenklasse unter den Symmetrien des Baums. Jedes Armtripel nennt die Beschriftungen in den Tiefen 1, 2 und 3. t ist die unten verwendete feste Einfügeschwelle; d ist die Differenz der Kante zum nächsten eingefügten Blatt.
| Knoten mit Null | c |
Arm 0 | Arm 1 | Arm 2 | p_0 |
t |
d |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mittelpunkt | 0 | (1,6,4) | (8,2,5) | (10,3,7) | 9 | 10 | 11 |
| Arm, Tiefe 1 | 8 | (0,10,1) | (2,9,4) | (6,7,3) | 5 | 2 | 6 |
| Arm, Tiefe 2 | 1 | (9,0,10) | (4,3,5) | (7,2,6) | 8 | 7 | 7 |
| Arm, Tiefe 3 | 9 | (1,10,0) | (2,5,6) | (3,8,4) | 7 | 1 | 8 |
| Blatt am Mittelpunkt | 10 | (1,3,8) | (2,9,5) | (4,7,6) | 0 | 0 | 10 |
Jede Zeile benutzt die Knotenbeschriftungen 0,...,10 genau einmal. Eine Kante heißt gleichseitig, wenn beide Endpunkte Beschriftungen höchstens t oder beide Beschriftungen größer als t tragen; andernfalls heißt sie querend. Direktes Nachrechnen liefert die folgenden disjunkten Intervalle. Innerhalb jedes Intervalls tritt jede Differenz genau einmal auf.
| Null-Klasse | Gleichseitige Differenzen | Querende Differenzen |
|---|---|---|
| Mittelpunkt | 1,...,10 | leer |
| Arm, Tiefe 1 | 1,...,5 | 6,...,10 |
| Arm, Tiefe 2 | 1,...,6 | 7,...,10 |
| Arm, Tiefe 3 | 1,...,7 | 8,...,10 |
| Blatt am Mittelpunkt | 1,...,9 | 10 |
Damit ist jede Zeile grazil. Der exakte Prüfer und das unabhängige Audit im Paket prüfen alle einzelnen Kanten als sortierte Listen; eine Mengenprüfung allein könnte doppelte Differenzen verdecken.
Gemeinsames Schwellen-Einfügelemma
Ein Baum T habe q Kanten, eine grazile Beschriftung f, einen Knoten c, an dem ein Blatt ergänzt werden soll, und eine feste ganze Zahl 0 <= t <= q. Setze
d=t+1-f(c), falls f(c)<=t, und d=f(c)-t, falls f(c)>t.
Vorausgesetzt sei, dass die gleichseitigen Kanten genau einmal die Differenzen 1,...,d-1 und die querenden Kanten genau einmal d,...,q tragen. Ergänze ein neues Blatt an c, erhöhe jede alte Beschriftung über t um eins und gib dem neuen Blatt t+1:
f+(v)=f(v)+1_[f(v)>t] für alte Knoten; f+(neues Blatt)=t+1.
Die alten Beschriftungen werden zu 0,...,t,t+2,...,q+1; das neue Blatt füllt die einzige Lücke. Alte gleichseitige Differenzen bleiben gleich. Jede alte querende Differenz wächst um eins. Die neue Blattkante hat Differenz d. Damit entstehen genau einmal die Differenzen 1,...,d-1, d und d+1,...,q+1.
Auch die Intervallvoraussetzung bleibt bei derselben Schwelle t erhalten:
- Ist
f(c)<=t, bleibt der Mittelpunkt auf der unteren Seite und das neue Blatt liegt oben. Seine Kante ist querend mit Differenzd. Das gleichseitige Intervall bleibt1,...,d-1; die alten querenden Differenzen werdend+1,...,q+1. Zusammen mit der neuen Kante ist das querende Intervalld,...,q+1. Der Parameterdändert sich nicht. - Ist
f(c)>t, steigt die Mittelpunktbeschriftung um eins; Mittelpunkt und neues Blatt liegen beide oben. Ihre Kante ist gleichseitig mit Differenzd. Der neue Parameter istd'=d+1. Das gleichseitige Intervall ist1,...,d(also1,...,d'-1), das querende Intervall istd'=d+1,...,q+1.
Die Invariante lässt sich also beliebig oft fortsetzen. Die Null bleibt am bisherigen Knoten: 0 ist nie größer als t, und das neue Blatt erhält die positive Beschriftung t+1.
Wende das Lemma wiederholt auf jede der fünf Zeilen für Armlänge drei an. Sie decken den Mittelpunkt, alle drei Tiefen eines langen Arms und ein kurzes Blatt ab. Durch Vertauschen der langen Arme oder der kurzen Blätter lässt sich jeder vorgegebene Knoten auf den passenden Null-Vertreter abbilden. Damit gilt Satz A für alle m >= 1.
Satz B: sechs Grundzertifikate für Armlänge vier
Für k=4 gilt dasselbe Lemma mit sechs anderen Grundzeilen bei m=1 und q=13. Jedes Armquartett nennt die Knotenbeschriftungen in den Tiefen 1 bis 4. Jede Zeile verwendet 0,...,13 und die Kantendifferenzen 1,...,13 jeweils genau einmal. Die letzten beiden Spalten geben die feste Schwelle und die Differenz der nächsten Blattkante an.
| Knoten mit Null | c |
Arm 0 | Arm 1 | Arm 2 | p_0 |
t |
d |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mittelpunkt | 0 | (1,8,3,7) | (12,4,6,9) | (13,2,11,5) | 10 | 13 | 14 |
| Arm, Tiefe 1 | 10 | (0,13,1,12) | (2,11,4,5) | (6,8,3,9) | 7 | 2 | 8 |
| Arm, Tiefe 2 | 1 | (12,0,13,3) | (7,2,6,5) | (10,8,11,4) | 9 | 7 | 7 |
| Arm, Tiefe 3 | 11 | (1,12,0,13) | (2,5,6,8) | (3,10,4,9) | 7 | 1 | 10 |
| Arm, Tiefe 4 | 2 | (12,1,13,0) | (8,4,9,7) | (10,3,6,5) | 11 | 4 | 3 |
| Blatt am Mittelpunkt | 13 | (1,3,11,6) | (2,12,5,9) | (4,10,7,8) | 0 | 0 | 13 |
Die gleichseitigen Differenzen dieser Zeilen sind der Reihe nach 1,...,13, 1,...,7, 1,...,6, 1,...,9, 1,...,2 und 1,...,12. Die querenden Differenzen bilden jeweils das ergänzende zusammenhängende Intervall d,...,13 (in der Mittelpunktzeile leer). Jede einzelne Differenz kommt genau einmal vor; das bestätigen k4_bases.json, k4_verify.py und das gesonderte audit-k4.md.
Das Lemma erweitert somit alle sechs Zeilen mit unveränderter Schwelle auf jedes m >= 1; die Null bleibt am ursprünglichen Knoten. Die sechs Knotenklassen sind Mittelpunkt, Armtiefen 1 bis 4 und ein kurzes Blatt. Symmetrien der Arme und der kurzen Blätter decken jeden vorgegebenen Knoten ab. Damit ist Satz B bewiesen.
Beschriftungen nachprüfen
Das Paket graceful-spider-three-arms-proof.zip enthält beide Grunddatensätze, verify_proof.py, k4_verify.py, die Suchprogramme, Beweis- und Literaturnotizen, zwei getrennte Prüfberichte sowie BUNDLE-README.md. Sein SHA-256 lautet 86b4e0f5c01a8f43a4579894e891a3ef362c675280ca70a75b9df790b064b549. Nach dem Entpacken lassen sich python verify_proof.py und python k4_verify.py ausführen. Am 8. Oktober 2026 prüfte Python 3.12.1 alle Grundzeilen und die Intervallinvariante bis m=100 für beide Familien. Die Aussage für alle m folgt aus dem Lemma und dem Argument über die Knotenklassen oben.
Die beiden getrennten Prüfberichte im Paket rekonstruieren die Grundfälle ohne Import der Projektprüfer und melden PASS für die angegebenen Konstruktionen.
Bezug zu früheren Arbeiten
Patterson formulierte 2017 eine allgemeinere Vermutung zur 0-Rotierbarkeit von Spinnenbäumen (Conjecture 5.4.4) mit einer Ausnahmefamilie. Die dort berichtete endliche Bestandsaufnahme umfasst kleine Fälle der beiden hier behandelten Familien, entscheidet aber nicht den Fall aller m. Wir konnten die vollständige Arbeit nicht Seite für Seite einsehen; vor einer Einreichung mit Originalitätsanspruch sollte der genaue Wortlaut der Vermutung am Original geprüft werden. Rofas Ergebnis von 2023 betrifft wurzelsymmetrische Bäume und Spinnenbäume mit gleich langen Armen. Bahls, Lake und Wertheim bewiesen die schwächere Eigenschaft der Graziliät für verwandte Spinnenbäume. Eine ähnliche Methode zum Einfügen einer Beschriftungslücke wurde bereits öffentlich beschrieben.
Die gezielte Suche fand keinen der beiden exakten Sätze für alle m, klärt aber die Publikationspriorität nicht. Der vorliegende Beweis betrifft nur S(3,3,3,1^m) und S(4,4,4,1^m) für ganzzahlige m >= 1.
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